Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte am 28.Juli in einer Resolution, dass der Zugang zu sauberem Wasser und die Sanitärversorgung ein Menschenrecht ist.
(Foto: Walter J. Pilsak/Wikipedia)
Bei der Abstimmung votierten von den einhundertzweiundneunzig Ländern 122 Stimmen für diese Resolution. Es gab kein Land, welches dagegen war, aber vierundvierzig enthielten sich der Stimme.
Im Text der Resolution wird die grosse Besorgnis geäussert, dass schätzungsweise 884 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und insgesamt mehr als 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung haben. Etwa 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren würden laut durchgeführten Studien jedes Jahr wegen dieser Missstände sterben.
Die heutige Resolution begrüsst auch den Antrag des Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, dass Catarina de Albuquerque, die UN-unabhängige Expertin für die Frage der Menschenrechte im Zusammenhang mit Verpflichtungen zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen jährlich einen Bericht an die Generalversammlung vorlegen sowie über die Fortschritte bei den einschlägigen Millennium Development Goals MDGs informieren soll.
Die Millenniums-Entwicklungsziele sind eine Reihe von Zielen zur Verringerung der sozialen und wirtschaftlichen Probleme bis zum Jahr 2015. Sie umfassen auch das Ziel, dass der Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben oder sich dieses nicht leisten können und die über keine sanitäre Grundversorgung verfügen, halbiert werden soll.
Von petrapez | 28.Juli 2010
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Der Beutezug der Wasserkonzerne hat begonnen. Leere Haushaltskassen, marode Leitungsnetze, aber auch politischer Druck und kurzsichtiges Denken führen immer häufiger dazu, dass auch in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern die kommunale Trinkwasserversorgung privatisiert wird. Eine der wichtigsten Lebensgrundlagen des Menschen wird so zum Spielball multinationaler Konzerne und ihrer Profitgier. Doch nicht nur Gewinnprognosen in Milliardenhöhe erklären den Wettlauf der Global Player um die begrenzten Süßwasservorräte unserer Erde. Deren Kontrolle bedeutet auch Einfluss auf politische Entscheidungen. Aus der internationalen Erfahrung mit Privatisierungsprojekten und der Beteiligung an erfolgreichen Aktionen zu deren Verhinderung und Rückabwicklung beleuchtet Jens Loewe die Praktiken transnationaler Versorgungsunternehmen wie Coca Cola, RWE, Danone, Nestlé, Bechtel, EnBW und anderer Schwergewichte der Wasserbranche. Dabei werden die konkreten Folgen der Privatisierung deutlich, wie sie etwa in der künstlichen Verknappung und Minderung der Wasserqualität in vielen Regionen bereits spürbar sind. Aber auch andere Begleiterscheinungen der Kommerzialisierung des Trinkwassers werden drastisch vor Augen geführt: die Aushöhlung demokratischer Strukturen, Korruption und Tendenzen eines Neokolonialismus in der Dritten Welt. Lösungsansätze auf lokaler und globaler Ebene zeigen, was wir der «Enteignung» dieser lebenswichtigen Ressource entgegensetzen können.


